„Halleluja!“ – das rufen wir manchmal erleichtert, wenn etwas gelungen ist. Aber warum eigentlich und was heißt Halleluja überhaupt? Die Bedeutung von Halleluja leitet sich aus dem Hebräischen ab und heißt so viel wie „Preist den Herrn!“. Das Halleluja ist einer der bekanntesten Gebetsrufe aus der Hebräischen Bibel und wurde in der christlichen Tradition übernommen. Es wird in der Kirche häufig als Lobpreis-Ruf im Gottesdienst und in vielen Liedern genutzt. Auf dieser Seite erfährst du alles über den Ursprung und die Bedeutung von Halleluja, die Verwendung in der christlichen Tradition, den Gebrauch zu besonderen Anlässen sowie in der Pop – und Kirchenmusik.
Was heißt Halleluja? Ursprung und Bedeutung
Das Halleluja ist ein Jubelruf aus der Hebräischen Bibel, die von Christinnen und Christen auch als Altes Testament bezeichnet wird. Es wird manchmal auch „Hallelujah“ oder „Allejuja“ geschrieben. Im Deutschen bedeutet Halleluja vereinfacht „Preist den Herrn“.
Der Ausruf setzt sich aus dem hebräischen Wort „hallelu“,(„preiset“)und der Kurzform des Namen Gottes „Jah“ (hebräisch: Jhwh, gelesen als „Jahwe“) zusammen. Das ist der Gottesname der Hebräischen Bibel, der als „Ich bin, der ich bin“ (2. Mose 3,14 ) gedeutet wird. Im Christentum wurde das Halleluja als Gebetsruf übernommen und drückt unseren Dank und Glauben an Gott aus.
Halleluja in der Bibel
Das Halleluja kommt häufig in der Bibel vor. Im Alten Testaments steht es oft am Anfang und am Ende von Psalmen. Zum Beispiel in Psalm 135 , einem Lobgesang auf die Wunder Gottes. Dort heißt es zu Beginn:
„Halleluja! Lobt den Namen des Herrn! Lobt ihn, die ihr Dienst tut für den Herrn.“ Und der Psalm endet mit den Worten: „Gepriesen sei der Herr vom Zion her, der in Jerusalem wohnt. Halleluja!“ Die Bedeutung vom Halleluja in der Bibel ist also auch ein Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott.
Im Neuen Testament wird das Halleluja ebenfalls erwähnt, unter anderem im Buch der Offenbarung des Johannes . Am Anfang des 19. Kapitels drückt es die Freude über die Rettung vor dem Bösen aus:
„Danach hörte ich etwas, das so gewaltig klang wie die Stimmen einer großen Schar im Himmel. Sie riefen: Halleluja! Von Gott kommt Rettung. Ihm gebührt die Ehre, und ihm gehört die Macht!“
Wann kann man also Halleluja sagen? In allen Situationen, in denen Dank, Lob, Freude und der Glaube an Gott ausgedrückt werden sollen.
Halleluja in der christlichen Tradition: Lesung, Ostern und Weihnachten
In der evangelischen Kirche ist das Halleluja in der Liturgie, also der Grundstruktur des Gottesdiensts, im Zusammenhang mit der Evangelienlesung zu hören. Gibt es mehrere Lesungen wird das Halleluja vorher gesungen. Bei einer Lesung folgt es als Antwort auf die gehörten Worte.
Ablauf des evangelischen Gottesdiensts
Traditionell gehört das Halleluja in besonderer Weise zu Ostern. Es ist ein Ausdruck der Freude über die Auferstehung von Jesus Christus. Wenn Christinnen und Christen in der Osternacht das Halleluja singen und die Osterkerze anzünden, ist das ein feierliches Zeichen der Hoffnung. Denn während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis zum Karsamstag ist das Halleluja im Gottesdienst nicht zu hören. Am Osterfest drückt das Halleluja dann wieder in vielen Liedern Fröhlichkeit und Freude aus, zum Beispiel im Lied, „Er ist erstanden, Halleluja“ . In dem Sinn steht das Halleluja für frohe Ostern.
Im Advent und in der Weihnachtszeit kommt das Halleluja vor allem in Liedern vor. Diese handeln meist von der Vorfreude auf die Geburt von Jesus Christus, „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ ist ein solches Weihnachtslied mit Halleluja, das davon erzählt, wie Gottes Sohn in die Welt gekommen ist. Das ist dem Lied ein mehrfaches Halleluja wert.
Halleluja zu besonderen Anlässen
Das Halleluja erklingt häufig bei Hochzeiten. Denn die Liebe zweier Menschen zu feiern – das ist etwas Wunderschönes. Deshalb passt das Halleluja in Liedern und Bibeltexten zu einer kirchlichen Hochzeit im Kreis von Familie und Freunden ganz wunderbar. Halleluja wird hier zum Jubel über die vertrauensvolle Verbindung des Hochzeitspaars. Es ist Ausdruck von Dankbarkeit gegenüber Gott, den richtigen Menschen gefunden zu haben. Und so gehören zu einem Traugsottesdienst häufig Lobpsalmen sowie klassische und moderne Hochzeitssongs mit Halleluja.
Passt das Halleluja aber auch zu einer Beerdigung? Ist ein Lied zum Lob Gottes als Trauerlied geeignet? Wohl nicht in jedem Fall. Doch ein Halleluja kann auch Trost schenken: als Ausdruck der Hoffnung in Zeiten des Leidens. Es kann die Zuversicht ausdrücken bei Gott gut aufgehoben zu sein. Selbst dann, wenn Menschen gerade untröstlich sind. Und in diesem Sinn kann das Halleluja auch bei einer Beerdigung gesungen werden.
Halleluja-Lieder: Vom Kirchenlied bis zum Popsong
Im Evangelischen Gesangbuch (EG) finden sich einige Lieder, die das Halleluja im Titel oder im Text enthalten. Kirchenlieder mit Halleluja sind sehr vielfältig und werden zu unterschiedlichen Anlässen gesungen. Neben Weihnachtsliedern gibt es auch Osterlieder sowie Gesänge für viele weitere kirchliche Feste und Feiertage.
Beispiele für Halleluja-Lieder in der Kirchenmusik
- „Er ist erstanden, Halleluja“ (EG 116): In dem Osterlied wird die Ostererzählung aus der Bibel aufgenommen. Den Text schrieb Ulrich S. Leopold nach dem Suaheli-Lied „Mfurahini, Haleluya“ von Bernard Kyamanywa. Die Melodie stammt aus Tansania. Das Halleluja-Lied ist ein Lobgesang auf Gott, der Sünden vergibt und die Menschen durch seinen Sohn erlöst hat.
- „Halleluja, Halleluja“ (EG 789.4).: Das Lied stammt aus der Gemeinschaft von Taizé, ein internationaler, ökumenischer Männerorden. Die typischen Taizégesänge zeichnen sich vor allem durch ihre Einfachheit aus. Oft werden kurze Gesänge mehrstimmig oder als Kanon wiederholt und mit einem Halleluja oder einem Amen beantwortet.
- „Halleluja, schöner Morgen“ (EG 572): Das Kirchenlied feiert den Sonntag als den Tag, der Gott gewidmet ist. Im Text von Jonathan Krause geht es um Gottes Güte, darum, dass Jesus Christus Worte des Lebens gesprochen hat.
- „Halleluja. Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt“ (EG 182): Das Lied stellt einen Bezug zur Bergpredigt von Jesus her. Im siebten Kapitel des Matthäusevangeliums heißt es: „Bittet und es wird euch gegeben! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und es wird euch aufgemacht! Denn wer bittet, der bekommt. Und wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird aufgemacht.“
Halleluja in der klassischen Musik
In der klassischen Musik ist das „Hallelujah“ aus dem Werk „Messiah“ (Deutsch: „Der Messias“ )von Georg Friedrich Händel eines der bekanntesten Halleluja-Lieder. „Der Messias“ ist eine Komposition für Chor und Orchester mit ursprünglich englischem Text aus dem Jahr 1742. Sie erzählt in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte:
- Von den alttestamentlichen Prophezeiungen Jesajas
- über die Geburt von Jesus Christus
- bis zu seiner Überwindung des Todes.
Das „Hallelujah“ ist der Schlusschor des zweiten Teils, wo es um die Auferstehung von Jesus und den Triumph Gottes über das Böse geht. Wenn das kein Grund zum Jubel ist! Darum wird das „Hallelujah“ gerne gespielt, wenn etwas bejubelt werden soll.
Das „Alleluia“ (lateinische Schreibweise) von Wolfgang Amadeus Mozart ist ein weiteres klassisches Halleluja-Lied. Es ist der letzte – und wahrscheinlich bekannteste – Teil der Komposition „Exsultate, jubilate“ (Frohlocket, jubilieret) für Orchester und Sopran. Sie ist im Jahr 1773 entstanden als Mozart 17 Jahre alt war. In dem Kanon von Mozart wird das Halleluja mehr als 30 Mal gesungen.
Halleluja in der Popmusik
Ein modernes Halleluja-Lied ist das „Hallelujah“ des kanadischen Komponisten und Sängers Leonard Cohen. Es gilt als sein bekanntestes Werk und hat weit über den religiösen Kontext hinaus große Bekanntheit erlangt. Seit seinem Erscheinen im Jahr1984 entstanden mehr als 100 Coverversionen, einige davon sogar von Leonard Cohen selbst.
Der Komponist hat jüdische Wurzeln und verbindet in seinen Texten verband häufig christliche Motive mit weltlichen Erfahrungen. Leonard Cohen singt von einem „Broken Hallelujah“, also einem „gebrochenen Halleluja“. Ein solcher Lobgesang schließt alles Menschliche mit ein: neben Vertrauen und Liebe auch Angst, Trauer, Ärger und Zweifel. Gerade diese Vielschichtigkeit erklärt, warum Cohens „Hallelujah“ sowohl bei Hochzeiten als auch bei Beerdigungen gespielt wird.
Kinderlieder und Mitmachlieder
Ein beliebtes Halleluja-Lied für Kinder heißt „Hallelu, hallelu, hallelu, halleluja, preiset den Herrn“ . Das Lied kann nicht nur als Kanon gesungen, sondern auch mit Bewegungen verbunden werden. Dabei könnten die Kinder abwechselnd singen und aufstehen wie im Video des evangelischen Pfarrers Daniel Geißler .
Ein weiteres Halleluja-Lied für Kinder ist „Sing mit mir ein Halleluja“ In den fünf Strophen erklärt der Text, wie viele schöne Anlässe zum Danke sagen es gibt. Im Refrain wird das mit einem Halleluja zusammengefasst, wenn es heißt: „Sing mit mir ein Halleluja, sing mit mir ein Dankeschön, denn im Danken, da liegt Segen, und im Danken preis ich ihn.“
Das Kinderlied „Der Herr ist mein Hirte, Halleluja“ von Marieluise Geiger, Irmgard Kindt-Siegwalt und Helmut Schlegel erzählt den Inhalt von Psalm 23. Es geht darum, dass Gott uns Menschen, alles gibt, was wir brauchen: Nahrung und Wasser, Sicherheit und Schutz. Jede Textzeile endet mit einem freudigen Halleluja.
Halleluja als Lobpreis durch alle Zeiten
Das Halleluja hat als universeller Ausdruck von Freude, Glaube und Hoffnung eine große Bedeutung. Seine biblischen Wurzeln im Alten Testament reichen bis in die Gegenwart.
In der Kirche hat das Halleluja nach wie vor Aktualität: als Lobpreis in Gottesdiensten, bei Festen wie Weihnachten und Ostern sowie in vielen Liedern. Der Glaube an die Liebe Gottes findet so nach wie vor Ausdruck – in einem von Herzen kommenden „Halleluja!“.