Wandern: Ein Vorschlag, der bei vielen Kindern selten Jubelsprünge auslöst. Dabei können Wandertouren eine Entdeckungsreise mit allen Sinnen sein – etwa in Form des Pilgerns mit Kindern. Was es damit auf sich hat und worauf es auf dem Jakobsweg mit Kindern zu achten gilt, lest ihr in unserem FAQ.
Was ist Pilgern mit Kindern?
Pilgern ist mehr als nur Gehen: Es ist eine bewusste Auszeit vom Alltag, in der Menschen zur Ruhe kommen, über ihr Leben nachdenken und oft auch spirituelle Erfahrungen machen. Für viele ist dabei nicht nur das Ziel wichtig, sondern besonders der Weg selbst. Das gilt auch für das Pilgern mit Kindern: Es ist ein kleines Abenteuer mit allen Sinnen für Jung und Alt.
Für welches Alter bietet sich Pilgern mit Kindern an?
Pilgern mit Kindern ist für Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren ideal. Mit etwas mehr Planung können aber auch schon kleine Pilgerrouten mit jüngeren Kindern oder sogar Kleinkindern Freude machen. Wichtig ist hier, dass die Wege für einen geländegängigen Kinderwagen geeignet sind. Teile der Strecke können sicherlich mit einer ergonomischen Babytrage oder einer Rückentrage zurückgelegt werden. Für kurze und gut ausgebaute Strecken eignet sich auch ein leichter Bollerwagen. Unser Tipp: Kürzere Wege absolvieren
und mehr Pausen einlegen. Sind Übernachtungen geplant, ist es sinnvoll, im Vorfeld die Übernachtungsmöglichkeiten einmal zu kontaktieren, um Fragen zur Schlafsituation zu klären: Sind Babybett, Rausfallschutz oder ein Familienbett vorhanden? Es ist also auf jeden Fall möglich, den Jakobsweg mit Kindern und Babys zu absolvieren.
Wie lange kann ich mit Kindern pilgern?
Für ältere Kinder sind dreitägige Touren super. Für kleinere Kinder können auch Tagestouren oder zweitägige Trips geeignet sein. Schätzt eure Ausdauer und die des Kindes realistisch ein und beginnt mit längeren Spaziergängen als Test.
Welche Jahreszeit ist am besten geeignet?
Es bieten sich vor allem die Monate zwischen April und Juni sowie September und Oktober an.
Ein-Tages-Route für Familien: Auf dem saarländischen Jakobsweg
Die Pilgerroute von 7,5 Kilometern führt entlang des saarländischen Jakobswegs vom Kloster Gräfinthal über die Wintringer Kapelle zum Heimatmuseum Auersmacher „Altes Bauernhaus“. Der Startpunkt, das Kloster Gräfinthal, ist ein ehemaliges Wilhelmitenkloster aus dem 14. Jahrhundert, heute ein Benediktinerpriorat. Die Zwischenstation, der Wintringer Hof, ist eine alte klösterliche Niederlassung. Das Ziel, das „Alte Bauernhaus“, ist Museum, Pilgerstätte und Veranstaltungsort.
Was brauche ich an Verpflegung?
Die Verpflegung ist abhängig von der Länge der Pilgerroute und den Pausen, die gemacht werden. Wenn ihr unterwegs zu den Hauptmahlzeiten einkehrt und Frühstück in der Unterkunft bekommt, sind für unterwegs gesunde Snacks gute Energielieferanten: Obst, Müsliriegel, Nüsse und zuckerfreie Getränke sowie leichte Trinkflaschen zum erneuten Befüllen. Wenn viel auf der Strecke gegessen werden soll, ist es praktisch, Campingbesteck, Geschirr und ein Taschenmesser dabei zu haben. Wer in einer größeren Gruppe unterwegs ist, kann auch überlegen, ob sich eine Fahrerin oder ein Fahrer für ein Begleitfahrzeug findet, das euch an Zwischenstationen mit frischen Getränken und genügend Essen versorgt.
Packliste: Pilgern mit Kindern
Was unterscheidet Pilgern mit Kindern vom Wandern mit Kindern?
Beim Pilgern gehen die Kinder auf alten Pfaden, auf denen in den vergangenen Jahrhunderten schon viele andere Menschen unterwegs waren. Ein Beispiel dafür ist der Jakobsweg. Es geht um die spirituelle Erfahrung auf dem Weg und das gemeinsame Feiern von Gott auf dem Weg in Gebeten, Liedern oder Meditationen. Beim Pilgern erfahren Kinder die Natur und die Tierwelt als Teil von Gottes Schöpfung. Auch Kirchen oder Kapellen auf dem Weg machen den geistlichen Aspekt der Strecke erfahrbar. Das Pilgern als Familie oder in einer Gruppe ist gelebte Gemeinschaft. Oft heißt es, dass Pilgern „Beten mit den Füßen“ sei – und da ist auch etwas dran: Unterwegs bringt stetige Bewegung und gleichzeitige Ruhe Raum für spirituelle Erfahrungen. Ein kleines Holzkreuz um den Hals, Pilgerstempel und kurze Geschichten aus der Bibel machen das Pilgern für Kinder besonders. Wegimpulse an Besonderheiten in der Natur oder Kapellen bieten Gelegenheit zum Nachdenken und zum Austausch. Mögliche Fragen können sein: Was wünsche ich mir für den Weg? Was nehme ich wahr? Was brauche ich wirklich? Was höre ich, wenn es still wird? Was nehme ich mit nach Hause?
Mehr über die Bedeutung des Pilgerns erfahren
Wie finde ich die passende Route?
Eine Vielzahl an Routen findet sich auf sternenweg.net oder deutsche-jakobswege. de. Lohnenswert ist auch eine Anfrage beim Regionalverband einer Stadt oder bei der Touristikinformation einer Gemeinde. Wir haben euch auch eine Reihe längerer Pilgertouren in Nordrhein-Westfalen und im Rheinland zusammengestellt, die durchaus auch gekürzt werden können.
Zwei-Tages-Route für Familien: Von Köln nach Brühl
Die Strecke ist ein Teil der Via Coloniensis von Köln nach Trier . Von der Großstadt geht es durch Parks, Hügel und Wiesen durch das Rheintal nach Brühl. Als Übernachtungsort bietet sich Hürth an.