Die 12 Apostel: Das waren die besten Freunde und Jünger von Jesus

Die sogenannten 12 Apostel tauchen als Jünger von Jesus in der Bibel an mehreren Stellen im Neuen Testament auf. Kurz gesagt, waren die 12 Apostel die besten Freunde von Jesus Christus. Sie waren Juden wie er und haben von ihm gelernt. Sie begleiteten ihn nicht nur in der schwersten Zeit, sondern trugen auch nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt die Botschaft von Jesu Tod und Auferweckung weiter.

Aber wer genau waren diese Apostel, woher haben sie ihren Namen und warum werden zum Beispiel in Gemälden manchmal auch 13 oder nur 11 Apostel gezeigt? Wie die Jünger von Jesus heißen, welche Rolle sie in der Geschichte des Christentums sie spielen und ihre Symbolik, erklären wir.

Bedeutung: Das bedeutet der Begriff Apostel

Der Begriff „Apostel“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Gesandter“ oder „Bote“. Im christlich-religiösen Kontext bedeutet es, dass Christinnen und Christen annehmen, dass die 12 Apostel bzw. Jünger direkt von Jesus Christus damit beauftragt wurden, die Geschichte von Jesus Christus Leben und Wirken weiterzuerzählen. Sie sind damit für die Verkündigung des Glaubens verantwortlich.

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Die Namen der 12 Apostel und Erwähnung in der Bibel

In den Evangelien der Bibel werden die 12 Jünger bzw. die 12 Apostel an mehreren Stellen erwähnt. Sie tragen jedoch nicht an allen Stellen den gleichen Namen. Die Namen der 12 Apostel als Freunde von Jesus werden zum Beispiel in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas  genannt. Und auch in der Apostelgeschichte  finden sich die Namen wieder.

Oft wird die Liste der Apostel-Namen nach dem Matthäusevangelium genannt, weil sich hier die Namen ohne weitere Beinamen finden. An anderen Stellen werden zum Beispiel nicht direkt die Namen genannt, sondern Personen werden mit Eigenschaften oder ihrem Heimatort beschrieben. Außerdem werden in der Bibel auch noch weitere Menschen als Apostel bezeichnet. Wie viele Apostel es also tatsächlich gab, erfährst du weiter unten auf dieser Seite.

Folgende 12 Namen der Apostel finden sich zum Beispiel im Matthäusevangelium (Matthäus 3,13ff) :

  • Simon Petrus
  • Andreas
  • Jakobus
  • Johannes
  • Philippus
  • Bartholomäus
  • Matthäus
  • Thomas
  • Jakobus, der Jüngere
  • Thaddäus
  • Simon, der Zelot
  • Judas

Die 12 Apostel: Was über ihre Herkunft und ihre Berufe bekannt ist

Die 12 Apostel Jesu waren nicht nur seine engsten Vertrauten, sondern waren auch ein vielfältiger Kreis von Männern mit ganz unterschiedlichen beruflichen und sozialen Hintergründen. Von Fischern über Zöllner bis hin zu politischen Aktivisten – ihre Berufe und Herkunft prägten ihre Rollen innerhalb der frühen Kirche auf verschiedene Weise. In dieser Übersicht finden sich die Berufe und Herkunft von Jesus Jüngern, die eine tiefe Bedeutung für ihre Rolle innerhalb der Apostelgeschichte spielen.

Der erste Apostel Simon Petrus: Der Fels, auf dem die Kirche gebaut wird

Simon Petrus – oder oft auch einfach nur Petrus (auch Kefas: aramäisch für Stein oder Fels) – wird in der Bibel als erster Apostel dargestellt, den Jesus als seinen Nachfolger zur Verbreitung des Glaubens auswählt. Allerdings ist er auch derjenige, der Jesus verleugnet, nachdem dieser von römischen Soldaten festgenommen wird. In der katholischen Kirche gilt Petrus als erster Bischof der christlichen Gemeinde in Rom. Dass Petrus allerdings selbst einmal in Rom gewesen ist, lässt sich zumindest anhand der Bibel nicht belegen. In der katholischen Kirche sehen sich die Päpste als Nachfolger von Petrus.

Von Beruf war Petrus Fischer und ging seinem Beruf gemeinsam mit seinem Bruder Andreas nach, der auch zu Jesu Jüngern gehörte. Als er eines Tages am See Genezareth angelte, traf er auf Jesus und wurde zu seinem Weggefährten und „Fischer für Menschen“ – was in der Symbolik bedeutet, dass er berufen wurde, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen und ihnen die Botschaft Jesu zu verkünden.

Der Apostel Andreas: Brückenbauer und Bruder von Petrus

Andreas wird in der Bibel als derjenige beschrieben, der seinen Bruder Simon Petrus überhaupt erst zu Jesus geführt hat. Andreas war demnach zunächst ein Anhänger von Johannes dem Täufer. Doch Johannes der Täufer weist Andreas auf Jesus hin und so schließt sich Andreas Jesus an und nimmt seinen Bruder Simon direkt mit. Simon Petrus und Andreas waren laut Bibel Fischer, bevor sie sich Jesus anschlossen.

Die Apostel Jakobus und Johannes: Zwei Brüder aus einer Fischer-Familie

Neben Simon Petrus und Andreas hat Jesus ein weiteres Brüderpaar zu seinen Aposteln berufen: Jakobus und Johannes. Beide werden als Söhne des Zebedäus bezeichnet. Diesen Beinamen dürften beide wohl getragen haben, um sie von anderen Personen in der Bibel zu unterscheiden. So ist zum Beispiel Johannes, Sohn des Zebedäus, von Johannes dem Täufer besser zu unterscheiden, als wenn in der Bibel immer nur der Vorname stehen würde. Über Zebedäus ist bekannt, dass er Fischer war. Jakobus und Johannes kamen also wie Simon Petrus und Andreas aus einer Fischer-Familie.

Apostel Philippus: Der Suchende, der Bartholomäus zu Jesus brachte

Über Philippus finden sich in der Bibel nur relativ wenige Hinweise, die auf seine Biografie schließen lassen. Im Johannesevangelium (Johannes 12,21)  wird jedoch hervorgehoben, dass am Passafest einige Griechen Jesus sehen wollten und sich an Philippus wandten. Dieser und Andreas brachten die Griechen dann zu Jesus. Ob die Griechen sich an Philippus wandten, weil er ihre Sprache sprach oder eventuell, weil er einen griechischen Namen trug, bleibt aber unklar. Philippus stammt der Bibel nach aus derselben Stadt wie Andreas und Petrus: Betsaida. Im Johannes-Evangelium wird berichtet, wie Philippus einen Mann namens Natanael zu Jesus führt. Diese Person wird an anderer Stelle in der Bibel Bartholomäus genannt.

Apostel Bartholomäus: Ein durch und durch aufrichtiger Mann

Als Philippus von Jesus aufgefordert wird, ihm zu folgen, geht Philippus zu Natanael und fordert diesen auf, auch Jesus zu folgen. Es ist anzunehmen, dass eben dieser Natanael die gleiche Person ist, die an anderer Stelle Bartholomäus genannt wird. Denn Natanael heißt es nur im Johannes-Evangelium , sonst wird immer der Name Bartholomäus genannt. Kurz nach der Begrüßung sagt Jesus zu Natanael: „Das ist ein wahrer Israelit: ein durch und durch aufrichtiger Mann!“

Apostel Matthäus: Der Zöllner, der zum Evangelisten wurde

Der Apostel Matthäus wird in der Bibel in Zusammenhang mit seinem Beruf genannt. Demnach war Matthäus Zöllner, bevor er Jesus folgte. Das waren Menschen, die für die Staatsmacht Steuern eingetrieben haben. Zöllner waren aus mehreren Gründen zu Zeiten von Jesus Christus nicht sehr beliebt – vor allem weil man ihnen nachsagte, zu hohe Preise beim Zoll zu verlangen oder das Geld für sich selbst zu behalten. Jesus suchte aber immer wieder die Nähe zu Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft standen.

Matthäus’ Bedeutung  ist insbesondere durch sein Werk als Evangelist hervorzuheben. Traditionell wird angenommen, dass er der Verfasser des Evangeliums nach Matthäus ist, historisch ist dies allerdings nicht belegt. Das Matthäusevangelium bildet einen wesentlichen Teil des Neuen Testaments. Es legt einen besonderen Fokus auf die Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiungen und hebt Jesus Rolle als Messias hervor. Matthäus ist von großer Bedeutung, da sein Evangelium zentrale Lehren und die Botschaft von Jesus Christus vermittelt, die den Grundstein des christlichen Glaubens legen.

Apostel Thomas: Der Zweifler, der zur festen Überzeugung fand

Der Apostel Thomas wird in der Bibel nicht durch seine Herkunft oder seinen Beruf beschrieben. Im Johannesevangelium tritt er aber immer wieder in Erscheinung, wenn es um Fragen des Glaubens geht. Vor Jesu Tod scheint er einer der ersten zu sein, die Jesus folgen – auch wenn Situationen gefährlich werden. In kirchlicher Tradition wird Thomas immer wieder als Zweifler charakterisiert, der aber doch gläubig bleibt.

Apostel Jakobus der Jüngere: Der stille Zeuge der Apostelgeschichte

Als Jakobus , Sohn des Alphäus, wird ein weiterer Apostel in der Bibel bezeichnet, um Verwechslungen mit Jakobus, dem Sohn des Zebedäus zu vermeiden. In kirchlicher Tradition wird Jakobus, Sohn des Alphäus, mit dem nur an einer Stelle im Neuen Testament (Mk 15,40 ) genannten Jakobus, dem Jüngeren, identifiziert.

Apostel Thaddäus (Judas, Sohn des Jakobus): Der Fragende und Verkünder

Die Herkunft von Thaddäus eindeutig zu klären, ist kaum möglich. So wird er in der Bibel auch Judas bezeichnet. Dazu gibt es den Zusatz Judas, Sohn des Jakobus. Diskutiert wird, ob er identisch ist mit dem in Markus 6,3 genannten Judas ist, der ein Bruder Jesu war. Sicher ist jedoch, dass Thaddäus bzw. Judas von Judas Iskariot zu unterscheiden ist. Dies wird im Johannes-Evangelium betont (Joh 14,22 ).

Simon der Zelot: Der leidenschaftliche Aktivist und Apostel

Simon, der Zelot, hat seinen Namen, weil er wohl der Zelotenpartei angehörte. Als Zeloten wurden religiöse Eiferer bezeichnet, die auch bereit waren, mit gewaltsamen Mitteln gegen Gegner oder Besatzer vorzugehen. Die radikale Gruppe, der Simon angehörte, hatte wohl zum Ziel, sich mit Gewalt gegen die römischen Besatzer zu wehren.

Die Wandlung des Apostels hat eine tiefe Bedeutung. Vom fanatischen Kämpfer für politische Freiheit, die er mit Gewalt durchsetzen wollte, entwickelte er sich zum Verfechter des Friedens. Diese Wandlung verdeutlicht die transformative Kraft von Jesu Botschaft, die selbst tief verwurzelte Überzeugungen und extreme Lebensansichten in neue Wege des Glaubens und der Nächstenliebe verwandeln kann.

Judas Iskariot: Der Jünger, der Jesus verraten hat

In der Liste der Apostel wird Judas Iskariot an letzter Stelle genannt. Der Begriff Iskariot könnte auf die Herkunft aus dem Ort Kariot hinweisen. Damit wäre Judas der einzige Apostel, der nicht aus dem Landesteil Galiläa, sondern aus Judäa stammte. In der Literatur findet sich aber auch an einigen Stellen die Erklärung, dass Iskariot Sikarier war. Der Begriff Sikarier geht auf das Lateinische „sica“ (Dolch) zurück. Die Sikarier waren eine jüdische Gruppe im 1. Jahrhundert, die sich gegen die Römer und deren Besetzung richteten – teilweise auch mit Waffengewalt. Eindeutige Erklärungen oder Hinweise auf die Herkunft von Judas Iskariot liefert die Bibel allerdings nicht. Nach der Namensnennung wird jedoch direkt darauf hingewiesen, dass er es ist, der Jesus an die Sicherheitsbehörden ausliefert, was später zu Jesu Tod führt.

Beim letzten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, wird Judas Iskariot von Jesus selbst als derjenige identifiziert, der ihn verraten wird. Diese dramatische Enthüllung unterstreicht die tragische Wendung seines Charakters und ist eine Vorausdeutung auf das Leiden Jesu. Nach dem Tod von Judas wurde Matthias als Apostel nachgewählt (Apostelgeschichte 1,23-26 ).

Waren es wirklich genau 12 Apostel?

In der Bibel steht, dass Jesus die Apostel selbst ausgesucht und benannt hat. „Folge mir nach!“ hat er zu den 12 genannten Freunden gesagt. Sie sollten seinem Beispiel folgen und den Glauben in die Welt tragen. Die Zahl 12 ist in der Bibel an mehreren Stellen prominent zu finden. Die Zahl erinnert zum Beispiel auch an die zwölf Stämme Israels. So ist davon auszugehen, dass die Auswahl von 12 Aposteln nicht ganz zufällig war.

Allerdings gibt es in der Bibel noch Hinweise auf weitere Apostel. In der Apostelgeschichte  ist die Rede davon, dass die Apostel diejenigen waren, die „von der Taufe des Johannes an“ mit Jesus unterwegs waren.

Paulus erwähnt in seinem Brief an die Römer zwei Apostel mit Namen: „Grüßt Andronikus und Junia, meine Landsleute, die mit mir im Gefängnis waren. Sie nehmen unter den Aposteln eine herausragende Stellung ein. Auch haben sie schon vor mir zu Christus gehört“ (Römer 16,7 ). Mit Junia ist also auch eine Frau unter den Aposteln.

Paulus selbst bezeichnet sich übrigens auch als Apostel, obwohl er Jesus zu dessen Lebzeiten nie begegnet war: „Paulus, Apostel nicht im Auftrag von Menschen und auch nicht durch einen Menschen eingesetzt. Vielmehr wurde ich berufen durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat“ (Galater 1,1 ). Paulus hatte zunächst Anhänger von Jesus Christus verfolgt. Doch er änderte seine Ansicht und verbreitete dann selbst den christlichen Glauben.

Die 12 Apostel auf Leonardo Da Vincis letztem Abendmahl

Auf dem berühmten Gemälde „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci sind die 12 Apostel zu sehen. Sie sitzen neben Jesus, den der Künstler in die Mitte eines langen Tisches gesetzt hat. Es gibt aber auch Darstellungen in der Kunstgeschichte, die nicht 12, sondern nur 11 Apostel oder auch mal 13 Apostel zeigen.

Das kann zum Beispiel daran liegen, dass Künstlerinnen oder Künstler Judas nach dessen Tod beziehungsweise nach dem Verrat an Jesus nicht mehr abbilden und auch den nachgewählten Matthias außer Acht lassen. Andere Künstler hingegen fügten Gruppenbildern noch Paulus hinzu.

Das letzte Abendmahl von Leonardo Da Vinci: Mit einem Klick auf die Kreuze erfahrt ihr, wer wo auf dem Bild zu sehen.

Was ist der Unterschied zwischen Aposteln und Jüngern?

Zwischen den 12 Aposteln und den sogenannten Jüngerinnen und Jüngern gibt es tatsächlich einen Unterschied. Während die 12 Apostel namentlich genannt werden, lässt sich die Gruppe von Jüngerinnen und Jüngern gar nicht so genau festlegen, denn zu ihnen gehörten alle Anhänger Jesu. Unter ihnen waren neben Männern auch Frauen. Wie viele Menschen das tatsächlich waren, ist unklar. In der Apostelgeschichte  ist zudem die Rede davon, dass die Apostel diejenigen waren, die „von der Taufe des Johannes an“ mit Jesus unterwegs waren.

In der Bibel findet sich zwar die Zahl von knapp über 70 Jüngern, allerdings könnte man aus anderen Bibelstellen schließen, dass diese Gruppe noch größer war. Doch nicht nur zu Lebzeiten Jesu gab es Jünger. Denn die Mitglieder der Urgemeinde nannten sich ebenfalls Jünger, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Sie selbst bezeichneten sich nicht als Christen. Dies war eine Beschreibung, die Außenstehende nutzten, um klarzustellen: Das sind die, die Jesus Christus folgen oder seine Geschichte weitererzählen.

Weiterführende wissenschaftliche Informationen findest du unter anderem im Bibellexikon der Deutschen Bibelgesellschaft .

 

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