Die Karwoche mit dem Karfreitag als ihrem zentralen Gedenktag ist die wichtigste Woche im christlichen Kirchenjahr. In der Karwoche gedenken Christinnen und Christen der letzten Tage von Jesus Christus – von seinem Einzug in Jerusalem über sein Leiden und Tod am Kreuz bis hin zur Auferstehung von Jesus an Ostern. Die einzelnen Tage der Karwoche sind geprägt von besonderen biblischen Erinnerungen und Gottesdiensten und führen Schritt für Schritt zum Osterfest, dem Höhepunkt des christlichen Glaubens.
Karfreitag und die Karwoche: Das Wichtigste in Kürze
- Palmsonntag: eröffnet die Karwoche und erinnert an den Einzug von Jesus Christus in Jerusalem
- Gründonnerstag: erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus Christus mit seinen Jüngern gefeiert hat
- Karfreitag: erinnert an Leiden, Sterben und Tod von Jesus Christus am Kreuz
- Karsamstag: ein Tag der Stille und des Gedenkens, bevor am Ostersonntag die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird
- Ostersonntag: feiert als Höhepunkt die Auferstehung und den Sieg des Lebens über den Tod
- Bräuche und Gottesdienste: jeder Tag der Karwoche von Karfreitag bis Ostern hat seine eigenen Bräuche und Gottesdienste, mit denen Christinnen und Christen des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus gedenken
Inhaltsverzeichnis
1. Karfreitag: Bedeutung im Christentum
2. Wann ist Karfreitag?
3. Wann beginnt die Karwoche?
4. Karwoche: Was ist in der Karwoche, von Karfreitag bis Ostern, passiert?
5. Gründonnerstag und das letzte Abendmahl
6. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Karfreitag und der Karwoche
Karfreitag: Bedeutung im Christentum
Der Karfreitag hat mit dem Tod von Jesus Christus am Kreuz eine besondere Bedeutung für den christlichen Glauben. In ihm erkennen Christinnen und Christen die Liebe Gottes, die über den Tod hinaus besteht. Gott selbst leidet mit am Kreuz und ist auch in den schwersten Stunden des Lebens ganz nah.
Karfreitags-Gottesdienste werden mancherorts zur überlieferten Todesstunde von Jesus (15 Uhr) gefeiert. Auf Altarschmuck wird verzichtet. Die symbolische Farbe des Karfreitags ist schwarz. Glocken und Orgel schweigen.
Karfreitag als stiller Feiertag
Ohnehin herrscht an Karfreitag Ruhe. In allen Bundesländern ist Karfreitag ein gesetzlicher „stiller Feiertag“. Veranstaltungen wie Konzerte, Tanzevents oder Märkte sind verboten.
Außerdem ist es an Karfreitag Tradition, dass Christinnen und Christen Fisch essen. Denn Fisch galt in der Bibel nicht als Tier von Himmel und Erde. Somit durfte er an Fastentagen gegessen werden. Dieser Brauch ist auch der Grund dafür, dass es in vielen Kantinen, Imbissen und Restaurants generell freitags ein Fischgericht gibt.
Wann ist Karfreitag?
In den nächsten Jahren werden Gründonnerstag und Karfreitag an folgenden Terminen gefeiert.
| Jahr | Gründonnerstag | Karfreitag |
| 2026 | 2. April 2026 | 3. April 2026 |
| 2027 | 25. März 2027 | 26. März 2027 |
| 2028 | 13. April 2028 | 14. April 2028 |
| 2029 | 29. März 2029 | 30. März 2029 |
| 2030 | 18. April 2030 | 19. April 2030 |
Wann beginnt die Karwoche?
Die drei österlichen Tage – gerechnet vom Abend des Gründonnerstags bis zur Osternacht – bilden den Höhepunkt des Kirchenjahrs . Die Gottesdienste an diesen Tagen bilden gewissermaßen einen Gottesdienst. Dahinter steht die Überzeugung, dass Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus Christus nicht voneinander zu trennen sind.
Mit Ostern endet auch die Passions- bzw. Fastenzeit. In dieser Zeit des Kirchenjahrs gedenken Christinnen und Christen der Passion Christi. Dabei handelt es sich um das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Mit Ostern beginnt dann die fünfzigtägige Freudenzeit, an deren Ende das Pfingstfest steht.
Karwoche: Was ist in der Karwoche, von Karfreitag bis Ostern, passiert?
Die Woche vor Ostern, auch Karwoche genannt, kennt für einige Wochentage besondere Bezeichnungen. Sie beginnt mit dem sogenannten Palmsonntag. Bei seinem Einzug in Jerusalem wurde Jesus von der Menge am Straßenrand mit Palmzweigen begrüßt. So berichtet es das Johannesevangelium der Bibel im 12. Kapitel . In der evangelischen Kirche heißt der erste Sonntag der Karwoche deshalb „Palmarum“. Während katholische Kirchengemeinden diesen Sonntag mit Palmzweigen oder Buchsbaum begehen, kennt die evangelische Kirche keinen derartigen Brauch.
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Gründonnerstag und das letzte Abendmahl
Der Donnerstag vor Ostern wird Gründonnerstag genannt. Der Name leitet sich wahrscheinlich von dem mittelhochdeutschen Wort „grinen“ (Greinen) ab: weinen. An diesem Tag wird an das letzte Abendmahl erinnert, das Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern feierte. Evangelische und katholische Gemeinden laden daher vielerorts zu abendlichen Abendmahlsgottesdiensten ein. Mit diesen Gottesdiensten beginnen die drei österlichen Tage.
Karfreitag: Kreuzigung und Tod
Auf den Gründonnerstag folgt der Karfreitag. Christinnen und Christen erinnern an die Kreuzigung von Jesus Christus und sein Sterben. Der Karfreitag steht darum einerseits entsprechend im Zeichen der Trauer.
Das zeigt auch der Name: Er leitet sich vom althochdeutschen Wort „kara“ ab: Klage, Trauer. Andererseits deutet gerade das Johannesevangelium den Tod von Jesus Christus am Kreuz mit Blick auf Ostern als Erhöhung. Darum sind evangelische Gottesdienste am Vormittag des Karfreitags oft sehr festlich.
Karsamstag: Ende der Karwoche
Auf den Karfreitag folgt der Karsamstag, ein stiller Tag der Grabesruhe. Mit diesem Tag endet die Karwoche. In der Nacht vor dem Ostersonntag, der Osternacht, feiern Christinnen und Christen mit brennenden Kerzen die Auferstehung von Jesus Christus. Mit diesem Gottesdienst beginnt die fünfzigtägige Osterzeit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Karfreitag und der Karwoche
Wann ist Karfreitag?
Karfreitag ist immer der Freitag vor dem Ostersonntag. Da der Ostertermin jedes Jahr ändert, fällt auch Karfreitag jedes Jahr auf ein anderes Datum.
Ist Karfreitag ein Feiertag?
Karfreitag ist in allen deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Er zählt außerdem zu den sogenannten stillen Feiertagen und unterliegt daher besonderen gesetzlichen Regelungen.
Darf man an Karfreitag arbeiten?
Arbeiten ist an Karfreitag grundsätzlich erlaubt. In vielen Bereichen gelten jedoch Einschränkungen und zahlreiche Betriebe sowie Geschäfte bleiben geschlossen.
Was darf man an Karfreitag nicht machen?
An Karfreitag sind öffentliche Tanzveranstaltungen, laute Feiern und viele Unterhaltungsveranstaltungen gesetzlich verboten. Der Tag soll dem stillen Gedenken an Leiden und Tod von Jesus Christus dienen.
Warum isst man an Karfreitag Fisch?
Der Verzehr von Fisch an Karfreitag geht auf die christliche Fastentradition zurück, bei der auf Fleisch verzichtet wird. Fisch galt früher nicht als Fleisch und war daher an Fastentagen erlaubt.
Womit beginnt die Karwoche?
Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. An diesem Tag erinnern Christinnen und Christen an den Einzug von Jesus in Jerusalem, bei dem er mit Palmzweigen begrüßt wurde.
Was bedeutet Karwoche?
Der Begriff „Kar“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Klage oder Trauer. Die Karwoche bezeichnet daher die Trauerwoche, in der an das Leiden und Sterben von Jesus vor Ostern erinnert wird.