Der Advent ist eine Zeit voller Bedeutung: Er steht für Vorbereitung, Besinnung und Vorfreude auf die Geburt von Jesus Christus. Christinnen und Christen bereiten sich in der Adventszeit auf die Ankunft des Sohnes Gottes vor und stimmen sich auf Weihnachten ein.
Der Advent lädt dazu ein, den Blick bewusst auf das Wesentliche zu richten: auf Hoffnung, Gemeinschaft, Glauben und Licht in dunkler Zeit. Neben Gottesdiensten und geistlichen Impulsen prägen zahlreiche Bräuche, Lieder und Rituale diese Wochen – in Familien, Gemeinden und der gesamten Kirche.
2. Adventszeit: Vorbereitung auf den Geburtstag von Jesus Christus
3. So feiern wir den Advent und die Adventszeit in der Kirche
4. Bräuche und Kirche: Wie wird der Advent gefeiert?
5. Advent: Bedeutung für Kinder
6. Gemeinschaft und Trost: Niemand ist in der Adventszeit allein
Advent: Wortbedeutung und Herkunft
Das Wort Advent stammt vom lateinischen adventus, was Ankunft bedeutet. Ursprünglich wurde der Begriff im Römischen Reich für die Ankunft eines hohen Amtsträgers oder Kaisers verwendet – also für ein besonderes, ehrwürdiges Ereignis. In der christlichen Tradition hat „Ankunft“ eine zweifache Bedeutung für den Advent:
Zum einen ist damit die Geburt von Jesus Christus gemeint. Damit erinnert der Advent einerseits an die erste Ankunft Gottes in der Welt in menschlicher Gestalt. Christinnen und Christen glauben, dass Gott durch Jesus Christus Mensch wurde.
Zum anderen weist der Advent auf das zukünftige Wiederkommen von Jesus Christus am Ende der Tage hin. Er ist Ausdruck der christlichen Hoffnung, dass Gott alles Leid überwinden wird. Der Advent ist somit nicht nur eine rückblickende Erinnerung an das Weihnachtsgeschehen, sondern auch eine nach vorn gerichtete Zeit der Erwartung, der Besinnung und der inneren Vorbereitung.
Adventszeit: Vorbereitung auf den Geburtstag von Jesus Christus
Die Adventszeit ist die Zeit der Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu Christi – also auf Weihnachten. Sie umfasst vier Adventssonntage, die auf die Sonntage vor Heiligabend, der immer am 24. Dezember gefeiert wird, fallen. Ist Heiligabend selbst ein Sonntag, ist dieser zugleich der vierte Advent.
Mit dem ersten Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr . Für Protestantinnen und Protestanten ist jeder der Adventssonntage mit einer eigenen Bedeutung verbunden:
Nicht nur die vier Adventssonntage, sondern die gesamte Adventszeit lädt dazu ein, zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und sich auf die Ankunft von Jesus Christus vorzubereiten.
Adventszeit 2025: Wann sind die Adventssonntage dieses Jahr?
Die Adventszeit 2025 beginnt am Sonntag, 30. November, dem ersten Adventssonntag, der zugleich den Start des neuen Kirchenjahres markiert. In den vier Wochen bis Heiligabend folgen die weiteren Adventssonntage:
| Adventssonntag | Datum |
| 1. Advent | Sonntag, 30. November 2025 |
| 2. Advent | Sonntag, 7. Dezember 2025 |
| 3. Advent | Sonntag, 14. Dezember 2025 |
| 4. Advent | Sonntag, 21. Dezember 2025 |
So feiern wir den Advent und die Adventszeit in der Kirche
In unserer Evangelischen Kirche im Rheinland sind die Gottesdienste während der Adventszeit von besonderer Bedeutung. Sie bieten Christinnen und Christen die Möglichkeit, sich als Gemeinde auf die Ankunft von Jesus Christus vorzubereiten und diese Zeit der Erwartung und Besinnung gemeinsam zu erleben. Die feierlichen Gottesdienste und Andachten sind reich an Traditionen und Bräuchen, die unsere Vorfreude auf Weihnachten zum Ausdruck bringen. Das gemeinsame Feiern stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und vermittelt ein tiefes Gemeinschaftsgefühl.
Besondere Höhepunkte sind die festlichen Adventssonntage, an denen die Adventskerzen entzündet werden und die Kirche in einem warmen Licht erstrahlt. Diese Momente des Innehaltens und des gemeinsamen Betens und Glaubens lassen uns den eigentlichen Sinn der Adventszeit spüren und schenken uns Kraft und Hoffnung.
Bräuche und Kirche: Wie wird der Advent gefeiert?
Die Adventszeit ist geprägt von einer Vielzahl an Traditionen, die sowohl im privaten als auch im kirchlichen Leben fest verankert sind. Sie bereichern die Wochen vor Weihnachten mit Symbolik, Vorfreude und spiritueller Tiefe – und machen den Advent zu einer ganz besonderen Zeit im Jahreslauf.
Der Adventskranz: Warten mit Kerzenschein
Ein fester Bestandteil der Adventszeit ist der Adventskranz. Der erste seiner Art soll 1839 vom evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern in einem Hamburger Waisenhaus aufgestellt worden sein, da die Kinder immer fragten, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Der Kranz hatte 24 Kerzen und sollte den Kindern das Warten auf Weihnachten erleichtern.
Als sich der Adventskranz in Privathaushalten durchsetzte, wurde er bald auf vier Kerzen für die vier Adventssonntage reduziert. Heutzutage bestehen die Kränze meist aus geflochtenen Tannenzweigen. An jedem Adventssonntag wird eine weitere Kerze angezündet.
Der Adventskalender: Jeden Tag ein Stück näher
Ebenfalls weit verbreitet ist der Adventskalender mit 24 Türchen – ein volkstümlicher Brauch, der Kindern wie Erwachsenen tägliche Freude bereitet. Hinter den Türchen verstecken sich meist Süßigkeiten oder kleine Überraschungen, die das Warten auf Weihnachten begleiten.
Adventsbasare und Weihnachtsmärkte
Ob in Gemeinden, Schulen oder auf öffentlichen Plätzen – Adventsbasare und Weihnachtsmärkte sind Orte der Begegnung und Einstimmung. Die Häuser werden geschmückt, Plätzchen gebacken, man trifft Freunde und Familie. All das trägt zum besonderen Charakter der Adventszeit bei.
Nikolaus: evangelische oder katholische Tradition?
Ist der Nikolaus evangelisch oder katholisch? Diese Frage lässt sich recht eindeutig beantworten. Denn die Tradition des Nikolauses geht vermutlich auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück. Myra ist eine Stadt in der heutigen Türkei, die mittlerweile Demre heißt. Bischof Nikolaus lebte demnach im vierten Jahrhundert. Damit lebte er vor der Reformation durch Martin Luther, durch die sich die evangelische Kirche von der römisch-katholischen Kirche trennte. Somit war Nikolaus Christ in einer ungeteilten Kirche – also weder katholisch noch evangelisch im heutigen Sinne.
Aber warum hat Bischof Nikolaus eine solch große Bedeutung? Den Berichten nach soll Nikolaus sehr viel Geld von seinen Eltern geerbt haben. Das Geld behielt er jedoch nicht für sich. Vielmehr half er damit Menschen in Not. Er beschenkte vor allem auch Kinder. Deshalb ist Nikolaus für Christinnen und Christen eine wichtige Person. Dabei sehen evangelische Christ*innen Nikolaus jedoch ein bisschen anders als katholische Christ*innen. Die katholische Kirche verehrt Nikolaus als Heiligen, als Schutzpatron etwa der Kinder, Seefahrer und Armen. Evangelische Christinnen und Christen kennen hingegen keine Heiligen im katholischen Sinne. Sie feiern ihn als Vorbild für Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Das sind Werte, die Christ*innen aller Konfessionen verbindet. Nikolaus soll am 6. Dezember – vermutlich zwischen 345 und 351 nach Christus – gestorben sein. Deshalb feiern wir heute den 6. Dezember als Nikolaustag.
Übrigens: Der Nikolaus hat sogar ein eigenes Postamt. Das Nikolauspostamt sitzt nicht etwa am Nordpol, sondern in St. Nikolaus. Das ist einer von sechs Gemeindebezirken der Gemeinde Großrosseln im Saarland. Der Ort liegt nahe an der französischen Grenze. Bereits seit 1966 schreiben Kinder aus aller Welt ihre Wünsche, Grüße, Gedichte und Sorgen an den Nikolaus. Oder sie malen ein schönes Bild. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden des Postamts beantworten die rund 30.000 Briefe in der Adventszeit.
Advent: Bedeutung für Kinder
Für Kinder und Familien haben die adventlichen Gottesdienste eine besondere Bedeutung. Die kindgerechten Gottesdienste und Aktivitäten, wie das Krippenspiel und das Basteln von Adventsschmuck, schaffen eine festliche und freudige Atmosphäre. Kinder lernen auf spielerische Weise die Geschichte von Jesu Geburt kennen und erleben die Gemeinschaft der Kirche hautnah.
Basteln im Advent mit Kindern
Gemeinsames Basteln bringt nicht nur Vorfreude, sondern stärkt auch den Zusammenhalt. Beliebte Bastelideen sind:
- Selbstgemachte Adventskalender aus Papiertüten oder Stoffresten
- Sterne aus Transparentpapier für Fenster oder Weihnachtskarten
- Weihnachtsbaumschmuck aus Salzteig oder Naturmaterialien
- Engel und Krippenfiguren zum Ausschneiden oder Falten
Viele Gemeinden bieten Bastelaktionen für Kinder an – oft im Rahmen von Familiengottesdiensten oder Adventsnachmittagen.
Rituale im Advent: Gemeinsam zur Ruhe kommen
Wiederkehrende Rituale geben Kindern Orientierung und machen die Zeit des Wartens erfahrbar. Dazu gehören zum Beispiel:
- Kerzenrituale am Adventskranz: Jeden Abend gemeinsam eine Kerze anzünden, ein Lied singen oder eine Geschichte lesen
- Adventliche Segensworte: Ein kurzer Segen oder ein guter Wunsch vor dem Zubettgehen
- Weihnachtliche Dekoration: Gemeinsam das Zuhause schmücken
Adventslieder, die Kinder gerne singen
Musik spielt im Advent eine wichtige Rolle – auch und gerade für Kinder. Bekannte Lieder wie:
- Wir sagen euch an den lieben Advent,
- Tragt in die Welt nun ein Licht,
- Es ist für uns eine Zeit angekommen
- Alle Jahre wieder
helfen dabei, die Botschaft des Advents in die Herzen zu tragen. Viele Gemeinden binden diese Lieder in Familiengottesdienste oder musikalische Aktionen ein.
Gemeinschaft und Trost: Niemand ist in der Adventszeit allein
Auch für Menschen, die alleine leben oder einsam sind, bieten die Gottesdienste und Gemeindefeiern in der Adventszeit eine wertvolle Möglichkeit, Anschluss zu finden und sich als Teil der kirchlichen Gemeinschaft zu fühlen. Die herzliche Aufnahme und das Miteinander in der Gemeinde können in dieser oft einsamen Jahreszeit Trost und Geborgenheit spenden. So wird der Advent zu einer Zeit des gemeinsamen Feierns und der gegenseitigen Unterstützung, in der jede und jeder Einzelne die Wärme und den Zusammenhalt in der Kirche erfahren kann.
