Der Ablauf der kirchlichen Trauung folgt im Kern der Liturgie eines evangelischen Gottesdienstes. Es können besondere Elemente für die Trauung, vor allem der Trauhandlung, in der sich das Paar zueinander bekennt und den Segen empfängt. Dafür wird im Traugespräch wird der Ablauf der kirchlichen Trauung gemeinsam geplant.
Der Traugottesdienst ist ein feierlicher und öffentlicher Gottesdienst mit Gebeten, Liedern, Worten aus der Bibel, Predigt und Segen. Häufig dauert der Gottesdienst bei der kirchlichen Hochzeit etwa eine Stunde.
Mehr zur evangelischen Hochzeit: Bedeutung und Voraussetzungen
Wie lange dauert eine kirchliche Trauung?
Die Kirchliche Trauung Dauer liegt häufig bei 45 bis 60 Minuten – oft wird mit rund einer Stunde geplant. Wie lange dauert eine kirchliche Trauung im Einzelfall, hängt vor allem von Musik, Anzahl der Lieder, Länge der Predigt und zusätzlichen Elementen (z. B. Taufen, besondere Beiträge) ab.
Ablauf der kirchlichen Trauung im evangelischen Gottesdienst
Die kirchliche Trauung beginnt mit dem Einzug des Paares. Das ist ein feierlicher Moment, den die Gäste im Stehen würdigen. Nach der Begrüßung folgen Gebete, Lieder und Lesungen von Bibelversen. Hierbei können sich Menschen aus dem Freundes- und Familienkreis des Paares beteiligen.
Eröffnung: Ankommen, Musik, Gebet
Zum Beginn gehören je nach Gemeinde:
- Musik zum Einzug
- Begrüßung und ein erster Segen oder ein Eingangsgebet
- ein gemeinsames Lied
Die Eröffnung schafft den Rahmen: Der Gottesdienst wird als Feier in der Gemeinde eröffnet und zugleich sehr persönlich auf das Paar bezogen.
Wortteil: Bibel, Trauspruch, Predigt
Ein zentraler Punkt ist der Trauspruch – ein Bibelvers, der das Paar begleitet und in vielen Gottesdiensten vorgelesen wird. In der Predigt wird der Trauspruch häufig aufgegriffen und auf die Geschichte, Werte und Hoffnungen des Paares bezogen.
Lesungen können klassisch von der Pfarrerin oder dem Pfarrer übernommen werden; oft bringen Angehörige oder Freund*innen eigene Beiträge ein (z. B. eine Lesung oder Fürbitte).
Trauhandlung: Das Herzstück der kirchlichen Trauung
Anschließend folgt die Trauhandlung. Dabei bekennt sich das Paar zueinander. Die beiden werden von Pfarrerin oder Pfarrer gefragt, ob sie sich gegenseitig achten, einander treu bleiben und vergeben wollen. Sie werden auch gefragt, ob sie ihren gemeinsamen Weg mit Gott gehen wollen – „bis dass der Tod euch scheidet“. Das Paar antwortet jeweils: „Ja, mit Gottes Hilfe.“ Dieses Bekenntnis zueinander und zu Gott können sich die Brautleute auch gegenseitig zusprechen.
Ringtausch und Segen
Nach der Trauhandlung werden in vielen Gottesdiensten die Ringe getauscht. Anschließend folgt der Segen für das Paar – als Zuspruch, Begleitung und Stärkung für den gemeinsamen Weg.
Fürbitten, Vaterunser, Abschluss und Auszug
Nach der Trauhandlung werden Fürbitten gesprochen, an denen sich oft Angehörige und Freunde beteiligen. Anschließend sprechen alle gemeinsam das Vaterunser. Der Traugottesdienst endet mit dem Auszug des Paares bei Musik. Dabei erhebt sich die Gemeinde von den Sitzen.
Die evangelische Trauung wird ins Kirchenbuch der jeweiligen Kirchengemeinde eingetragen. Im Gegensatz zur katholischen Trauung ist sie bei uns kein Sakrament.
Ort und Tag der kirchlichen Trauung
Trauungen sollen in einem öffentlichen Gottesdienst gefeiert werden. Das ist fast immer und praktisch überall möglich. Nur in der Karwoche werden keine kirchlichen Trauungen durchgeführt.
Terminplanung: oft lange im Voraus
Paare, die heiraten möchten, sollten sich frühzeitig bei der Kirchengemeinde melden. Die Planung für den Tag der kirchlichen Trauung beginnt meist ein Jahr im Voraus. In einigen Städten gibt es auch extra Kasualagenturen wie Segen45 in Essen oder Hätzjeföhl in Köln , die Paare bei der kirchlichen Trauung unterstützen.
Kirche für die Trauung auswählen
Oft suchen sich Paare eine bestimmte Kirche für ihre Trauung aus. Sie finden vielleicht dieses Gebäude schön, oder es wohnen Verwandte in dessen Nähe. Manchmal verbinden sie auch besondere Erinnerungen an diesen Ort. Befindet sich diese Kirche außerhalb des Wohnorts des Paares, ist das bei uns kein Problem. Sie können in jeder Kirchengemeinde der Evangelischen Kirche im Rheinland kirchlich heiraten. Beliebte Kirchengebäude sind jedoch meist schnell ausgebucht. Deshalb sollte eine Trauung dort sehr früh angefragt werden.
Trauung außerhalb der Kirche
Manche Paare möchten ihren Traugottesdienst außerhalb eines Kirchengebäudes feiern. Sie wünschen die kirchliche Trauung unter freiem Himmel im Wald, am See oder in ihrem Garten. Manche Paare suchen sich eine Scheune, ein Schloss oder eine Gaststätte für die kirchliche Hochzeit aus. Bei uns in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist dies möglich.
Die Traugottesdienste können (außer in der Karwoche) an jedem beliebigen Wochentag stattfinden. Außerdem kann die kirchliche Hochzeit auch mit der Taufe eines Kindes gefeiert werden, wie unsere Geschichte der gemeinsamen Taufe und Trauung aus St. Wendel (Saarland) zeigt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur kirchlichen Trauung: Ablauf und Dauer
Wie lange geht eine kirchliche Trauung?
Meist dauert eine kirchliche Trauung 45 bis 60 Minuten, häufig rund eine Stunde. Musik, Predigtlänge und zusätzliche Elemente beeinflussen die Gesamtdauer.
Was gehört in der Regel zum Ablauf evangelische Trauung?
Typisch sind Einzug, Gebete und Lieder, biblische Worte, Predigt, Trauhandlung, Segen, Fürbitten, Vaterunser und der Auszug. Details können je nach Gemeinde variieren.
Was passiert bei der Trauhandlung?
In der Trauhandlung bekennt sich das Paar zueinander. Die Pfarrerin oder der Pfarrer stellt Fragen zu Treue, Achtung und dem gemeinsamen Weg. Häufig lautet die Antwort: „Ja, mit Gottes Hilfe.“ Danach folgen Ringtausch und der Segen.
Können Angehörige den Gottesdienst mitgestalten?
Ja, Lesungen und Fürbitten werden häufig von Menschen aus dem Freundes- und Familienkreis übernommen. Auch musikalische Beiträge sind möglich, wenn sie zur Liturgie passen.
Warum gibt es keine Trauungen in der Karwoche?
Die Karwoche ist liturgisch auf die Passionszeit und Ostern ausgerichtet. Deshalb werden Trauungen in dieser Woche üblicherweise nicht gefeiert.
Mehr zur Karwoche und Karfreitag
Findet jede kirchliche Trauung in einer Kirche statt?
Nicht zwingend, ein Traugottesdienst kann unter bestimmten Voraussetzungen auch an einem anderen Ort stattfinden. Die Abstimmung mit der Kirchengemeinde ist dabei entscheidend.