Ahnenforschung in der Evangelischen Kirche im Rheinland: Kirchenbücher und Archive

Ahnenforschung hilft dabei, die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen und Antworten auf Fragen nach Herkunft, Prägung und Identität zu finden. Wer bin ich? Wo komme ich her? Was hat mich geprägt? Beim Aufspüren der Ahnen finden sich unter anderem: oft gewählte Berufe, Migrationsgeschichten, entfernte Verwandtschaften, häufig auftretende Erkrankungen. Bei der Ahnenforschung können außerdem Landstriche als heimatlicher Ursprung der eigenen Familiengeschichte entdeckt werden.

Ahnenforschung: Das Wichtigste in Kürze

  • Ahnenforschung: hilft dabei, die eigene Familiengeschichte, Herkunft und familiäre Zusammenhänge besser zu verstehen.
  • Kirchenbücher: zählen zu den wichtigsten Quellen der Familienforschung, da sie bereits lange vor den staatlichen Standesämtern geführt wurden. Hier finden sich Einträge zu Taufen, Trauungen, Bestattungen und Konfirmationen.
  • Die Evangelische Kirche im Rheinland: stellt zahlreiche Archive und digitale Angebote für die Ahnenforschung zur Verfügung.
  • Online-Recherche: Viele Kirchenbücher können heute online über Archive oder Plattformen wie Archion eingesehen werden.
  • Familienforschung beginnt oft im eigenen Umfeld: mit Gesprächen, Fotos, Urkunden und privaten Familienunterlagen.

Was bedeutet Ahnenforschung?

Ahnenforschung ist der Fachausdruck für die Suche nach den eigenen Vorfahrinnen und Vorfahren. Ahnenforschung wird vor allem von Privatpersonen betrieben, die sich bei der Ahnenforschung mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigen. Sie blicken dabei auf das Leben zurückliegender Generationen.

Ahnenforschung wird oft auch als Genealogie bezeichnet. Die Bedeutung von „Genealogie“ leitet sich von den griechischen Wörtern „Geneá“ (Abstammung) und „Lógos“ (Lehre) ab.

Wie beginnt man mit der Ahnenforschung?

Wer sich mit der eigenen Familiengeschichte befassen will, fragt sich vielleicht: Wie betreibt man eigentlich Ahnenforschung? Und wo fängt man bei der Ahnenforschung an? Als Einstieg in die Familienforschung eignet sich vor allem der Blick auf das persönliche Umfeld. Dort finden sich bestimmt Menschen, die befragt werden können. Vielfach gibt es auch Familienstammbücher, Urkunden und Fotos zu entdecken. Die können sich auf Dachböden, in Kisten, Schubladen oder Regalen verbergen.

5 erste Schritte auf dem Weg zur eigenen Familienforschung

Wer mit der Familienforschung beginnen möchte, sollte systematisch vorgehen und zunächst die wichtigsten Informationen im eigenen familiären Umfeld zusammentragen, bevor Archive hinzugezogen werden.

  1. Befragen von älteren Generationen: Frage Eltern und Großeltern nach deren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Bringe so umfangreich wie möglich Namen sowie Daten von Geburten, Taufen, Hochzeiten oder Bestattungen in Erfahrung.
  2. Halte Daten schriftlich fest: Überlege dir eine übersichtliche Art der Darstellung. Die Anzahl der Ahninnen und Ahnen verdoppelt sich mit jeder zurückliegenden Generation. Dieses potenzielle Wachstum lässt sich mit Listen oder einem gezeichneten Baum mit Zweigen darstellen.
  3. Sichten von vorliegenden Dokumenten: Schaue in den privaten Unterlagen deiner Familie nach. Suche dort nach Familienstammbüchern, Geburtsurkunden, Taufbescheinigungen, Erbscheinen oder Sterbeurkunden. Sortiere und archiviere anschließend die gesammelten Daten.
  4. Sichte private Fotos: Sammle Fotos in deinem privaten Umfeld. Finde die Namen der fotografierten Menschen heraus und halte sie schriftlich fest. Schreibe ebenso das Aufnahmedatum und das abgebildete Ereignis auf.
  5. Recherchieren in frei zugänglichen Archiven: Suche nach Vorfahren und Vorfahrinnen in staatlichen, kirchlichen oder genealogischen Archiven. Einige sind online, andere vor Ort einsehbar. In manchen Archiven ist die Familienforschung kostenlos, in anderen ist sie gegen eine Gebühr möglich. Viele Archiv-Inhalte unterliegen dem Datenschutz. Für den Einblick in Daten von Standesämtern müssen daher berechtigte Interessen und verwandtschaftliche Beziehungen nachgewiesen werden. Bei kirchlichen Datenbanken gibt es zudem Sperrfristen.
Das Bild zeigt einen Familienstammbaum für die Ahnenforschung
Ein Familienstammbaum kann helfen, den Überblick zu behalten.

Quellen der Familienforschung

Ob als spannendes Hobby oder als Suche nach Identität: Grundsätzlich geht es bei der Familienforschung immer darum, den eigenen Vorfahrinnen und Vorfahren auf die Spur zu kommen. Wichtig sind dabei Quellen, die die passenden Informationen zu Lebensdaten und Familienbeziehungen liefern.

Wichtige Quellen der Familienforschung sind zum Beispiel private Familienarchive. Viele Menschen sammeln Fotos, Urkunden oder Schriftstücke. In der Verwandtschaft, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft lässt sich mitunter aussagekräftiges Material für die Familienforschung finden.

Bei der Ahnenforschung sind ebenso die Kirchenbücher eine wichtige Quelle. Die Kirchenbücher der Evangelischen Kirche im Rheinland können online oder im Archiv eingesehen werden. Die Kirchenbücher sind eingeteilt in Taufregister, Sterberegister, Heiratsbücher und Konfirmationslisten.

Ganz besondere Fundstücke bei der Familienforschung sind Totenzettel. Totenzettel waren in den katholischen Kirchengemeinden in ganz Deutschland verbreitet. Ab dem 19. Jahrhundert und bis 1950 wurden sie mit dem Bild und den Daten des verstorbenen Menschen versehen. Außerdem informierten die Totenzettel über Familienstand, Beruf, Todesursache und besondere Lebensverdienste.

Die Bedeutung der Kirchenbücher für die Ahnenforschung

Kirchenbücher gehören zu den wichtigsten Quellen für die Ahnenforschung und Familienforschung. Denn bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es keine einheitliche und flächendeckende Registrierung der Bevölkerung durch den Staat. Dies änderte sich mit der Einführung der Standesämter im Deutschen Reich im Jahr 1876.

Bis zur Einführung der Standesämter wurden Daten über Personen allein in Kirchenbüchern systematisch erfasst. In ihnen trug meist der Pfarrer der katholischen oder evangelischen Gemeinde die Namen, Daten und Ereignisse ein. Chronologisch erfasst wurden Geburt und Sterben sowie die Taufen und Trauungen in der jeweiligen örtlichen Kirchengemeinde.

Einträge in Kirchenbüchern sind oft ausführlich und detailliert. Sie nennen Berufe, Todesursachen, Verwandtschaften oder Eigentumsverhältnisse. Kirchenbücher gelten bis heute als öffentliche Urkunden über kirchliche Amtshandlungen. Auch wenn heute alle Daten zum Personenstand in staatlichen Standesämtern geführt werden: Pfarrämter sind nach wie vor zur Führung von Kirchenbüchern verpflichtet. Auf dem Gebiet unserer Evangelischen Kirche im Rheinland müssen daher alle Amtshandlungen in die Kirchenbücher eingetragen werden. Dazu zählen neben Taufen und Trauungen auch Konfirmationen und Bestattungen.

Ahnenforschung im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland

Unsere Evangelische Kirche im Rheinland ist Nachfolgerin der 1835 in Preußen gegründeten „Rheinischen Kirchenprovinz“. Das Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland ist nach wie vor deckungsgleich mit der damaligen „Rheinischen Kirchenprovinz“. Dieses Gebiet umfasst vier Bundesländer. Daher lassen sich mit den Kirchenbüchern unserer Archive sowohl Ahnenforschung in Nordrhein-Westfalen, Ahnenforschung in Rheinland-Pfalz sowie Ahnenforschung im Saarland und in Hessen betreiben.

Kirchenbücher und andere Dokumente werden in der Evangelischen Kirche im Rheinland vor allem im landeskirchlichen Archiv gesammelt. Das Archiv ist das älteste deutsche Archiv einer evangelischen Landeskirche. Seine Bestände lagern in Düsseldorf und Boppard.

Einige Dokumente stammen sogar aus der Zeit vor der Reformation. Denn als vor 500 Jahren die evangelische Kirche entstand, wechselten vor allem im Rheinland viele Kirchengemeinden ihre Konfession: Aus katholischen Kirchengemeinden wurden evangelische Gemeinden. Die Kirchenbücher der ehemals katholischen Gemeinden wurden dabei übernommen. Sie reichen mitunter zurück bis ins 12. Jahrhundert.

Im Kirchenarchiv die Familiengeschichte in NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen erkunden:

Genealogische Quellen im Archiv der rheinischen Kirche

Archive und kirchliche Einrichtungen

Hilfe und Orientierung bei der Ahnenforschung im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland findet man hier:

  • Online-Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland : Digital gibt es hier einen Überblick über alle gesammelten Dokumente. Diese liegen im Original, als eingescannte oder abfotografierte Kopie oder als Mikrofiche vor.
  • Landeskirchliches Archiv in Düsseldorf : Vorwiegend finden sich hier Unterlagen aus der Verwaltung unserer Landeskirche. Aber auch die Archive zahlreicher evangelischer Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Kirchenvereine sind hinterlegt.
  • Evangelische Archivstelle Boppard : In der Archivstelle finden sich die Dokumente aus dem Südteil der Evangelischen Kirche im Rheinland. Hier ist auch die Ahnenforschung in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen möglich.
  • Bundesweites Kirchen-Archiv „Archion“ : Bundesweit werden nach und nach die Kirchenbücher der evangelischen Gemeinden in diesem Online-Portal zusammengeführt.
  • Vor Ort in den einzelnen Kirchengemeinden: Die Verantwortlichen in den evangelischen Gemeinden unterstützen bei der Suche in ihren örtlichen Kirchenbüchern.

Ahnenforschung mit evangelischen Kirchenbüchern

Die Kirchenbücher in der Evangelischen Kirche im Rheinland umfassen:

  • Taufbücher: Hier sind Geburten und Taufen verzeichnet.
  • Heiratsbücher und Traubücher: Sie dokumentieren Eheschließungen.
  • Sterbebücher und Beerdigungsbücher: Sie halten Todesfälle und Bestattungen fest.
  • Konfirmandenverzeichnisse: Sie listen Konfirmierte auf.

In Kirchengemeinden mit wenigen Mitgliedern werden diese Daten oft in einem Buch zusammengefasst. Zahlenmäßig größere Gemeinden führen getrennte Bücher.

4 wichtige Schritte zur Familienforschung in Kirchenbüchern

  1. Den Ort und die Zeit kennen.
    Wer nach seinen Ururgroßeltern sucht, wer etwas über ihre Eheschließung oder die Taufe ihrer Kinder nachlesen will, der muss zuvor eines herausfinden: den Ort, an dem Taufe und Heirat stattgefunden haben. Denn das Kirchenbuch befindet sich dann in dieser Kirchengemeinde vor Ort. Ebenso wichtig ist es, dann einen grob umrissener Zeitraum zu kennen, in dem die Vorfahren gelebt haben.
  2. Das entsprechende Kirchenbuch finden.
    Die Suche nach dem entsprechenden Kirchenbuch kann danach online über Suchportale geschehen. Sie kann ebenso per Mail oder am Telefon im persönlichen Kontakt mit der zuständigen Kirchengemeinde stattfinden.
  3. Eine kostenlose Anfrage zur Einsicht mit möglichst präzisen Daten stellen.
    Für das Einsehen in Kirchenbücher ist oft eine schriftliche Anfrage notwendig. Die ist per E-Mail oder über ein Kontaktformular möglich. Für das zügige Auffinden des entsprechenden Kirchenbuchs sind viele Informationen hilfreich. Im Antrag sollten daher möglichst Name der Ahnen, Zeitraum, Wohnort und Art des Ereignisses wie etwa Taufe oder Bestattung genannt werden.
  4. Die Schrift der Kirchenbücher kennenlernen.
    In den Kirchenbüchern wird die sogenannte Kurrentschrift Diese Schrift war über Jahrhunderte hinweg die übliche Schreibschrift im deutschen Sprachraum. Hilfe beim Übersetzen gibt es bei Fachleuten oder dem Online-Portal Transkribus .

Kirchenbücher online nutzen

Kirchenbücher werden in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend digitalisiert. Dafür werden Originale abfotografiert oder eingescannt. Viele Kirchenbücher sind daher im Internet zugänglich. Das macht die Familienforschung einfacher und schneller. Die Ahnenforschung ist von jedem Ort aus möglich.

Kirchenbücher werden von staatlichen Behörden, von kirchlichen Archivstellen oder Vereinen online veröffentlicht. Der Zugang zu Kirchenbüchern ist im Internet unterschiedlich gestaltet: Die digitalen Daten sind entweder kostenfrei oder gegen eine Gebühr nutzbar. Sie sind entweder frei zugänglich oder unterliegen dem Datenschutz. Die Tabelle gibt einen Überblick, wo die Familienforschung mit Kirchenbüchern online möglich ist:

 

Anbieter / Plattform Beschreibung
Landesarchive in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland Die Landesarchive bieten einen ersten Überblick über regionale Standorte von Kirchenarchiven und Kirchenbüchern.
Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e.V. Der 1913 in Köln gegründete Verein fördert Genealogie und Familienforschung. Mitglieder erhalten kostenlosen Zugriff auf hinterlegte und verlinkte Dokumente.
Deutscher Verein für Computergenealogie Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland wurden Militärkirchenbücher digital veröffentlicht. Kostenfrei zugänglich sind unter anderem die Militärkirchenbücher der Garnison-Köln (1816-1943) und Koblenz (1816-1921)
Evangelische Kirchengemeinde Almersbach Einige Kirchengemeinden stellen Kirchenbücher und historische Informationen online zur Verfügung, darunter auch die Evangelische Kirchengemeinde Almersbach.
Internetseiten von Kommunalgemeinden Städte und Gemeinden wie Bergneustadt , Bornheim , Ratingen oder Trier veröffentlichen teilweise historische Quellen und Informationen zur Familienforschung auf ihren Internetseiten.

 

 

Archion – Kirchenbücher digital recherchieren

Auf einer bundesweiten Plattform ermöglicht die evangelische Kirche die Familienforschung im Internet: Seit 2015 werden im Online-Portal Archion die Kirchenbücher aus ganz Deutschland zusammengeführt. Mit über 30 Millionen digitalisierten Kirchenbuchseiten ist die Plattform eine wichtige Quelle für Familienforschung. Derzeit können hier 175.000 Kirchenbücher aus 25 Kirchenarchiven online durchsucht werden. (*Stand März 2026)

Wer im Portal Archion sucht, gibt dafür den Namen seines Vorfahren ein. Außerdem den Ort der Kirchengemeinde, in deren Kirchenbuch dieser Name festgehalten ist. Die Kirchenbücher sind bislang als Fotos eingescannt. Sie können gegen eine Gebühr am Bildschirm durchgeblättert werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Sperrfristen

Bei der Ahnenforschung in Kirchenbüchern gilt: Der Datenschutz muss gewährleistet sein. Daher gibt es Regeln für den Einblick in die Kirchenbücher der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dazu gehört: Einsicht in die Kirchenbücher kann erst nach bestimmten Sperrfristen genommen werden.

Einblick gibt es demnach

  • in Taufbücher: 110 Jahre nach dem Eintrag
  • in Heiratsbücher: 80 Jahre nach dem Eintrag
  • in Sterbebücher: 30 Jahre nach dem Eintrag.
  • in Konfirmationslisten: 95 Jahre nach dem Eintrag.

Dabei gibt es Ausnahmen:

  • Tauf- und Heiratseinträge von Personen, die bereits länger als 30 Jahre tot sind, dürfen öffentlich zugänglich gemacht werden, auch wenn sie nach den genannten Stichdaten liegen.
  • Tauf- und Heiratseinträge von Personen, die weniger als 30 Jahre tot sind, dürfen den Nachkommen direkter Linie (Kindern, Enkeln, Urenkeln, …) zugänglich gemacht werden. Auch wenn diese Einträge nach den genannten Stichdaten liegen.

Zudem gilt: Dokumente dürfen von Privatpersonen nicht weitergegeben oder veröffentlicht werden.

Ahnenforschung zur NS-Zeit: War mein Opa ein Nazi?

Welche Rolle hat meine Familie in der Zeit des Nationalsozialismus gespielt? War mein Opa ein Nazi? Mit Fragen zur jüngeren Familiengeschichte beschäftigen sich viele Menschen in Deutschland. Vielleicht findet sich in manchen Familien noch der sogenannte Ariernachweis. Dieser Nachweis ist kritisch zu betrachten. Denn er diente als rassistisches Instrument zur Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung. Oft wurden die Daten im Ariernachweis gefälscht, um Leben zu retten.

Belegte Informationen über die Rolle der eigenen Vorfahrinnen und Vorfahren im Nationalsozialismus gibt es im Bundesarchiv . Dort liegen Informationen über Tätigkeiten im „Dritten Reich“ sowie über Mitgliedschaften in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) vor. Informationen darüber sind auf Antrag und mit Nachweis erhältlich. Als Nachweis gilt etwa eine Geburtsurkunde, die die Verwandtschaft zur nachgefragten Person belegt.

Frei zugänglich sind dagegen seit März 2026 die Daten des US-Nationalarchivs . Online ist dort die vollständige digitale Kopie der NSDAP-Zentralkartei sowie NSDAP-Ortsgruppenkartei einzusehen. Es stehen mehr als 16 Millionen Datensätze zur Verfügung.

Oder war mein Opa im Widerstand aktiv?

Informationen zur Familienforschung in der Zeit des sogenannten Dritten Reichs gibt es auch in kirchlichen Datensätzen. Dort kann recherchiert werden, ob Familienmitglieder im kirchlichen Widerstand aktiv waren. Im Widerstand aktiv waren vor allem die Mitwirkenden der evangelischen „Bekennenden Kirche“. Mit ihrer in Wuppertal verfassten „Barmer Erklärung“ verkündeten sie die Freiheit der Christinnen und Christen gegenüber staatlichen Dogmen. Die Erklärung berief sich auf die Nächstenliebe: Sie widersprach damit der Ausgrenzung und Verfolgung von anderen Menschen.

Daten für die Ahnenforschung finden sich darüber unter anderem online in der Deutschen Digitalen Bibliothek. Ebenso gibt es Unterlagen dazu im Archiv unserer Evangelischen Kirche im Rheinland .

Ahnenforschung für Einsteiger: mit kirchlichen Quellen beginnen

Wer seine Familiengeschichte erforschen möchte, wird in Kirchenbüchern und kirchlichen Archiven fündig. Denn gerade Kirchenbücher sind eine zentrale Quelle für die Ahnenforschung.

Beim Einblick in kirchliche Quellen lassen sich mitunter überraschende verwandtschaftliche Verbindungen entdecken. Es werden Geschichten über Auswanderungen, dramatische Todesumstände und bisher unbekannte Besitzverhältnisse lebendig.

Die Einträge in den Kirchenbüchern reichen über Jahrhunderte zurück. Bei der Ahnenforschung mit Kirchenbüchern bekommen Menschen eine Ahnung davon, was sie über Generationen geprägt hat.

 

  • Sabine Eisenhauer
  • Unsplash/Thérèse Photo, pixabay/Dandelion_tea